Kapelle Hof Oberkirch


 


Die Kapelle Hof Oberkirch wurde in den Jahren 2004/2005 renoviert und wird hauptsächlich für Rosenkranzandachte, Maiandacht, Hochzeiten und für Bittgänge genutzt.

Anfragen richten Sie bitte an:

Pfarreisekretariat
Dorfstrasse 21
8722 Kaltbrunn
055 293 21 41

Kreuzweg - Kapelle Hof Oberkirch

In zwei Auffälligkeiten unterscheidet sich der Kreuzweg der Kapelle Hof Oberkirch von der geläufigen Ikonographie eines Stationenweges: es sind 16 statt der festgeschriebenen 14 Stationen und die einzelnen Wegbilder zeigen keine Illustrationen, sondern – in einer Art „Nahaufnahme" – Details aus dem Kreuzweggeschehen. Die 14 Kreuzwegstationen werden durch das vorgespannte Bild der Schöpfungsgeste und dem abschliessenden „Auferstehungs-Bild" in eine Klammer gesetzt, welche den schicksalhaften Weg Jesu zum Kreuz und zum Tod wie Geburt und Auferstehung fasst. Die Bilder verstehen sich nicht als Illustrationen der einzelnen Kreuzwegstationen, sondern als Scharniere, welche Handlungen im Alltag und Symbolhaftigkeit der Passionsbilder zu verschränken suchen.



Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde

Die Bilderfolge wird eingeleitet durch die Darstellung einer Hand, welche die Erde berührt – Vergegenwärtigung der Göttlichen Schöpfung einerseits, alltägliche Handlung des Pflanzens andererseits.

I – Jesus wird zum Tod verurteilt

Der eigentliche Beginn des Kreuzwegs zeigt zwei mit Stöcken bewehrte Hände als Hinweis zu Verurteilung, Verspottung und Geisselung Jesu – sucht aber auch die Gewalt, welche im Alltag aufblitzt in die Verantwortung jedes einzelnen zu legen.

II – Jesus ergreift die Kreuzlast

Auf dem zweiten Stationenbild ist die Geste zum Kreuzholz zu erkennen – jeder möge mit Entschlossenheit die ihm gestellte Lebensaufgabe anpacken.

III – Jesus fällt zum ersten Mal

Knie und Ellbogen berühren sich auf dem dritten Bild, Jesus ist zum ersten Mal unter der Last des Kreuzes zusammengebrochen – es ist keine Schande seine Grenzen zu erkennen.

IV – Jesus begegnet seiner Mutter

Die Begegnung von Jesus mit seiner Mutter wird im vierten Bild auf die Zeichenhaftigkeit zweier Fusspaare beschränkt – die Augen vor dem Leiden nicht verschliessen, vielmehr: dem Anderen beistehen.

V – Simon hilft Jesus das Kreuz tragen

Zwei Hände welche zu dem am Boden liegenden Balken greifen sind auf dem fünften Bild zu erkennen – ein Appell an die Hilfsbereitschaft.

VI – Veronika reicht Jesus ihr Schweisstuch

Das sechste Bild zeigt eine Hand, welche ein Tuch reicht – die Mitleidsgeste der Veronika soll uns Vorbild sein für unsere eigenen Handlungen im Alltag.

VII – Jesus fällt zum zweiten Mal

Erneut fokussiert der Blick den zusammengebrochenen Körper im siebten Bild – erneut der Appell, sich seiner Schwächen bewusst zu sein.

VIII – Jesus ermahnt die weinenden Frauen

Auf die mahnende Geste ist die Darstellung der achten Station verdichtet – das Schicksal Jesus als Hoffnung für den Menschen erkennen.

IX – Jesus fällt zum dritten Mal

Im neunten Bild sind Teile des Kreuzholzes und des Gesichtes, sowie eine Hand – Jesus ist unter der Last des Kreuzes erneut zusammengebrochen.

X – Jesus wird entkleidet

Mit rabiater Geste reisst eine Faust in der Darstellung der zehnten Station Jesus die Kleider vom Leib – Das Bild soll an die Achtung gegenüber dem Wehrlosen mahnen.

XI – Jesus wird ans Kreuz geschlagen

Jesus wird ans Kreuz geschlagen – Brutalität, so und wie auch immer sie auftritt ist niederträchtig und verabscheuungswürdig.

XII – Jesus stirbt am Kreuz

Eine schattenhafte Darstellung des Hauptes von Jesus am Kreuz zeigt das zwölfte Bild, der Tod – für einen Moment erlischt die Welt – auch das „Bild" verstummt – angesichts des Todes verzichten wir auf alle eitlen Attitüden.

XIII – Pietã

Im Bild der dreizehnten Station sind unten die Gesichtszüge des toten Jesus zu erahnen und darüber die zum Gebet verschränkten Hände Marias – im Andenken lebt der Verstorbene weiter.

XIV – Jesus wird ins Grab gelegt

Die vierzehnte Station ist das eigentliche Schlussbild der Passion – eine Hand hält die andere – in der Trauer verbinden sich die Menschen.

In der Auferweckung versöhnen sich Himmel und Erde

Das letzte Bild – der Kreislauf schliesst sich – das Leben kehrt mit festem Tritt auf die Erde zurück.

Beschrieb des Künstlers Franz Wanner, Walenstadtberg